Polyvagal-Theorie. Vagusnerv. (Co-)Regulation des ANS. Co-Kreation

Samstag, 10. Januar 2026

Ausgrabung aus meinen Newslettern RELAX, Oktober bis Dezember 2024 und ERHOLSAMES KREIEREN, April 2022. Ergänzt 10.1.26

Hast du schon mal etwas von Vagusnerv-Training, (Co-)Regulation des autonomen Nervensystems oder vom Parasympathikus und Sympathikus gehört?

Dahinter verbirgt sich die Polyvagal-Theorie von Stephen Porges, die mich immer wieder aufs Neue begeistert. Sie erklärt, wie unser autonomes Nervensystem (ANS) evolutionär entstanden ist, wie es uns unmittelbar über die Sicherheit oder Gefährlichkeit einer Situation informiert und unsere Reaktionsmuster darauf beeinflusst und wie es uns zu sozialen Interaktionen befähigt.

Als bidirektionales System nimmt das ANS einerseits Signale aus der Umgebung auf und löst andererseits nach der Verarbeitung in unserem Hirn blitzartig körperliche Reaktionen aus.

Fühle ich mich sicher, spüre ich dies z.B. in einer ruhigen Atmung, einem entspannten offenen Blick, ich nehme den Kontakt über meine Füsse zum Boden geerdet wahr und meist zaubert dies bei mir ein zartes Lächeln ins Gesicht. Es fällt mir leicht, mich Neuem und Ungewissem zuzuwenden, in soziale Interaktionen einzutreten und diese aufrechtzuerhalten.

Ganz anders ist es, wenn Verunsicherung oder sich das Gefühl von Gefahr einstellt. Mein Atem wird flach, das Zwerchfell zieht sich zusammen, mein Blickfeld und mein Hörradius verengen sich, mein Nacken wird steif und ich registriere weitere Stresssymptome bis hin zum Reflex “Ich mach mich durch Regungslosigkeit unsichtbar”.

Was hat mich in den Flucht-, Kampf- oder Ohnmachtszustand versetzt? Ist die Situation wirklich gefährlich oder gar lebensbedrohlich? Funken etwa alte Erfahrungen, Glaubenssätze oder Traumata dazwischen? Und wie komme ich wieder in den Zustand der Sicherheit und Verbundenheit? Welche Strategien stehen mir dafür zur Verfügung?

Es gibt viele hilfreiche Methoden. Mir hilft “Keep relaxing your body”, z.B. über ein paar tiefe Seufzer, über das Ausschütteln meines Körpers oder eine liebevolle Nacken-Hinterkopf-Selbstmassage, um wieder präsent zu sein.

Wie unser ANS nach der Polyvagal-Theorie funktioniert, lässt sich auf verschiedene Weisen darstellen. Mir gefällt der Polyvagal-Kreis ebenso wie die dreistufige Leiter. Hier eine Kurzeinführung in die Polyvagal-Theorie anhand des Polyvagal-Kreises.

Das Wissen über die Polyvagal-Theorie hilft mir, eigene und andere Reaktionsmuster besser einordnen zu können, mich selbst und andere in den Zustand der Sicherheit und Verbundenheit, in die Präsenz zu regulieren. Auch für meine Arbeit ist dieses Wissen äusserst hilfreich. So nutze ich gezielt diverse Formen und Übungen, um Menschen in aufwühlenden oder stresserzeugenden Workshop- und Projektphasen auf sicheres Terrain zu begleiten - dort hin, wo Neuem und Ungewohntem mit Freude, Zuversicht und in Beziehung begegnet werden kann.

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In der Improvisation erlebe ich mich kreativ agierend, vital und verbunden mit der Gegenwart. In (Alltags-)Improvisationen entstehen durch den Einsatz meiner Kreativität immer wieder spontane und überraschende Umsetzungen für herausfordernde Momente. Doch was sind wesentliche Voraussetzungen, um improvisierend und gemeinsam Neues entstehen zu lassen? 

In den letzten Wochen (2022) ist zusammen mit den Performerinnen Verena Holscher und Andrea Frei in flottem Tempo aus einzelnen Projektformaten und sich gegenseitig befruchtenden Themen eine Vision für ein längerfristiges Projekt entstanden: das Kollektiv BURNING STARS. Wir drei Frauen brennen für die spartenverbindende Improvisation und die darin erlebbare ko-kreative Regeneration. Eigene Erfahrungen decken sich mit Daniel Auf der Mauers Ansatz (er ist Pionier im Bereich der Nervensystem–basierten und Trauma–informierten Konflikt–Transformation), welchem wir im Burning Stars Kollektiv auch nachgehen.

Der Alltag generiert in unserem Nervensystem immer wieder emotionale Überwältigungen, ausgelöst durch individuelle und kollektive, kleine und grosse Krisen. Diese gesteigerte Intensität im Erleben - eine kurzzeitige oder längerfristige Überforderung - versetzt unser System in Alarmbereitschaft und einen Zustand der Absenz, in welchem wir vorwiegend reaktives Verhalten zeigen. Die emotionale Überwältigung können wir durch verschiedene Methoden der Selbst- und Co-Regulation abbauen, um wieder in einen präsenten, gegenwärtigen Zustand zu kommen. Unser Nervensystem beruhigt sich und schaltet vom reaktiven zum aktiven Verhalten um. Im Zustand der Präsenz und im inneren und äusseren Dialog sind Regeneration, Transformation und (Co-)Kreation möglich.

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Mit Miriam Sutter habe ich vor mehr als 10 Jahren eine weitere Forscherin der Reaktionsmuster des ANS gefunden. In unserer gemeinsamen Arbeit und Forschung ist eine Methodik, Haltung und ein Erfahrungsschatz aus theater- und musikpädagogischen Spielprinzipien und Übungen entstanden, welche wir in Projekten und Workshops anwenden und vermitteln.

 

Ich wünsche uns allen regenerative und vertrauensvolle Erfahrungsräume und freue mich auf co-kreative Begegnungen darin. 

Montag, 19. Januar 2026

Ausgrabung aus dem Newsletter HERZMUT, Januar 2026. Ergänzt 19.1.26

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Donnerstag, 15. Januar 2026

Leseempfehlungen für Einsichten über die Entstehung eines neuen Welt-Ökosystem-Werte-Bewusstseins. Vertiefung zum Blogeintrag "Hören mit offenen Herzen“.

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Samstag, 10. Januar 2026

Ausgrabung aus meinen Newslettern RELAX, Oktober bis Dezember 2024 und ERHOLSAMES KREIEREN, April 2022. Ergänzt 10.1.26

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Mittwoch, 31. Dezember 2026

Von L bis E

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Mittwoch, 31. Dezember 2026

Ausgrabung aus meinem Newsletter THE SAME DIFFERENT, Januar 2024. Ergänzt und überarbeitet 31.12.25

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Montag, 29. Dezember 2026

Schweizerdeutsch für Neugier

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Sonntag, 21. Dezember 2025

Ausgrabung aus meinem Newsletter LIEBÄUGELN, Mai 2023, ergänzt am 21.12.25

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Samstag, 13. Dezember 2025

Ausgrabung aus meinem Newsletter transFORMATiv WIRken, Dezember 2023. Ergänzt 13.12.25

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Freitag, 12. Dezember 2025

Ausgrabung aus meinem Newsletter VERTRAUENSVOLLE UNGEWISSHEIT, Oktober 2022. Ergänzt 12.12.25

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Samstag, 6. Dezember 2025

(1)

Ausgrabung aus meinem Newsletter LAUSCHEN, Februar 2024, ergänzt 6.12.25

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Donnerstag, 4. Dezember 2025

"Das nächste Ich entfaltet sich nicht mehr in Abgrenzung zur Welt. Sondern in bewusster Koexistenz mit ihr." (Quelle: Das nächste Ich, von Christian Schuldt)

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Mittwoch, 3. Dezember 2025

Aus einem Impuls heraus, der mich heute bereits zum wiederholten Mal berührt hat, starte ich auf meiner Website einen Blog. Was sich darin zeigen darf, ist noch ungewiss. 

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Dienstag, 31. Dezember 2025

Von T bis R

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Sonntag, 31. Dezember 2023

Von W bis T

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Samstag, 31. Dezember 2022

Von W bis K

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