
Ausgrabung aus meinem Newsletter
AUSRICHTEN, September 2021.
Ergänzt 19.1.26
Trotz heftigem Sommer-Gstürm bin ich mit meinem Partner auf dem Velo und mit Zeltnächtigungen einmal diagonal durch die Schweiz gereist - und dabei unversehrt und fast immer trocken geblieben!
Ein besonderes Erlebnis hat sich in meinen Erinnerungen eingeprägt. Wir befinden uns auf der Abfahrt vom Grimselpass hinunter ins Wallis. Die rasante Fahrt führt uns durch Nebelschwaden, die von Aufwinden den Bergflanken entlang gejagt werden und mich verzaubern. Ich verringere mein Tempo, um das Treiben zu bestaunen. Plötzlich taucht aus einer bodennahen Wolke direkt vor mir ein Füchschen auf. Ich entschleunige meine Fahrt nochmals und will dem Füchschen den Vortritt lassen. Doch es setzt sich mitten auf die Passstrasse und schaut mir mit erwartungsvollem Blick und hochgestellten Ohren entgegen. Ich stoppe mein Velo ganz und schaue ebenso erwartungsvoll und hellhörig zurück. Alles um mich herum scheint still zu stehen.
Ein Fragenwirbel durchfährt mich. Woher und wohin? Bist du ängstlich oder zuversichtlich unterwegs, getrieben oder angelockt? Bist du hungrig oder satt zufrieden? Alleine, in Begleitung oder gar einsam? Oder etwa verletzt? Muss ich mir Sorgen um dich machen? Gehst du zuerst weiter oder ich? Was willst du von mir? Gibt es Zufälle? Erlebe ich gerade ein Zeitloch? Schaue ich in eine Parallelwelt?
Meine Fragerei scheint das Füchschen nicht zu kümmern, auch nicht, dass hinter mir herannahende Autos hörbar werden. Es verweilt ganz im Moment, streicht sich ohne Hast einmal mit der Pfote über den Kopf, streckt die Schnauze in den Wind und schaut mich erneut still an. Dann verschwindet es, genau so plötzlich wie es aufgetaucht ist, in der nächsten Nebelschwade.
Ganz benommen und gleichzeitig mit messerscharfer Wahrnehmung tauche ich aus diesem magischen Moment wieder in die Realität der Passstrasse auf. Erst jetzt realisiere ich, dass die ersten Autos hinter mir in einer Kolonne zum Stehen gekommen sind. Die Natur hat mich und ein paar Autofahrende hier im Nebelgestöber dazu eingeladen, in der oft rasanten Fahrt des Lebens kurz innezuhalten und in der Betrachtung des Moments zu verweilen. Dieses kurze, stille Ereignis hat mich die ganze weitere Veloreise angeregt, den Augenblick mit all seiner Schönheit und Magie zu geniessen.
Danke, lieber Fuchs.
***
Auf die Veröffentlichung dieser Begegnung habe ich folgendes Gedicht von Ralf Schlatter erhalten:

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Ich wohne neben dem Waidspital und nahe am Wald. Von Zeit zu Zeit besuchen uns Eichhörnchen. Sie hüpfen entweder auf dem Trottoir durchs Quartier oder klettern an der Hausfassade bis zu unserem Balkon.
Einmal war ich auch grad da draussen. Erstaunt, scheu und neugierig schauen wir uns still an. Dieser Moment öffnet mir, uns den Raum für die Zeitlosigkeit.
Wann erlebst du Momente, in denen die Zeit eine andere Qualität erhält?
Ausgrabung aus meinem Newsletter
Gehtänzeln, März 2026.
Ausgrabung aus meinem Newsletter
ALLETAGEKÜNSTE, März 2024
Ausgrabungen aus den Newslettern
SPIELKULTUREN, Februar 2023,
AUFBRUCH, März 2023 und
TRAUMSPIELE, April 2023
Kolumne Liebe ist...,
veröffentlicht in reformiert.lokal, 09|2023
Ausgrabung aus meinem Newsletter
LUFTSPRÜNGE, Februar bis April 2025

Ausgrabung aus meinem Newsletter
AUSRICHTEN, September 2021.
Ergänzt 19.1.26

Ausgrabung aus dem Newsletter
HERZMUT, Januar 2026.
Ergänzt 19.1.26
Leseempfehlungen für Einsichten über die Entstehung eines neuen Welt-Ökosystem-Werte-Bewusstseins. Vertiefung zum Blogeintrag "Hören mit offenen Herzen“.
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ERHOLSAMES KREIEREN, April 2022.
Ergänzt 10.1.26
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THE SAME DIFFERENT, Januar 2024.
Ergänzt und überarbeitet 31.12.25
Ausgrabung aus meinem Newsletter
LIEBÄUGELN, Mai 2023.
Ergänzt am 21.12.25
Ausgrabung aus meinem Newsletter
transFORMATiv WIRken, Dezember 2023.
Ergänzt 13.12.25
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VERTRAUENSVOLLE UNGEWISSHEIT, Oktober 2022.
Ergänzt 12.12.25
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Ausgrabung aus meinem Newsletter
LAUSCHEN, Februar 2024.
Ergänzt 6.12.25
"Das nächste Ich entfaltet sich nicht mehr in Abgrenzung zur Welt. Sondern in bewusster Koexistenz mit ihr." (Quelle: Das nächste Ich, von Christian Schuldt)
Aus einem Impuls heraus, der mich heute bereits zum wiederholten Mal berührt hat, starte ich auf meiner Website einen Blog. Was sich darin zeigen darf, ist noch ungewiss.